SV Harkenbleck Badminton
Dein Badmintonverein in der Region Hannover

Oberliga – Relegation 2018: ein Erlebnisbericht

Nachdem unsere 1. Mannschaft die Meisterschaft in der Niedersachsen-Bremen-Liga errungen, die 2. und 3. Mannschaft den Klassenerhalt gesichert hatten, die 4. und 5. Mannschaft den Aufstieg feiern durften und auch die 6. Mannschaft einer etwas erfolgreicheren nächsten Saison entgegensehen kann, habe ich mir insgeheim gedacht: „ist doch alles ganz gut gelaufen. Saison zu Ende – Vorbereitung für die nächste Saison kann beginnen.“

Aber nein, da war ja noch dieser allerletzte Termin: Oberligarelegation am 24. + 25. März in Wedel … Das Sahnehäubchen auf der Saisontorte. Super, dass wir bei einem solchen Event dabei sein dürfen. Unser kleiner Dorfverein. Aber mal ehrlich – da geht es u.a. gegen die bekannt starken Berliner und Hamburger Mannschaften … Und wir fahren ohne Ciarán da hin, der muss ja leider in Chile mit seinem Prof. zusammen Steine angucken. Werden also unsere Aufstellung umstellen müssen. Ob das etwas wird ? Gut ist schon mal, dass alle anderen an Bord sind und Hannes und Puki als Verstärkung mitkommen. Realistisch bleiben. Wenn es optimal läuft, können wir vielleicht das Spiel um den 3. Platz erreichen ... WENN … das wird trotzdem schwer genug.

Torsten kommt als Foto/Video/ Besaitungsmaschinenchef mit und Laura für den Liveticker. Für Samstag haben sich noch einige Schlachtenbummler angekündigt. Finde ich toll, dass die den weiten Weg auf sich nehmen. Die Vorfreude steigt. Die Anspannung auch. 

Endlich – am Freitag geht’s los, wir fahren nach Quickborn ins Hotel. Abends leckere Kohlehydrate beim Italiener reinziehen. Die Spieler haben gute Laune, sind zuversichtlich. Jan-Henrik will Wetten abschließen. Es geht um Spielgewinnquoten. Wenn man verliert, muss man sich die Haare in der Vereinsfarbe (Blau) färben … oder so ähnlich. Kleiner gemeinsamer Spaziergang zurück ins Hotel (außer Keke, der lässt sich lieber fahren …) und anschließend einigermaßen schlafen trotz recht harter Matratze.

Samstag: 7.30 Uhr Frühstück, 8.18 Uhr Abfahrt nach Wedel. Erst in der Halle erfahren wir überhaupt, welche Mannschaften aus den anderen Ländern tatsächlich dabei sind; es gab darüber leider keine Vorab-Infos. Musste man sich bei Turnier.de selbst zusammenstoppeln. Wir werden mit dem SV Lok Staßfurt, Itzehoe und dem Berliner SC in eine Gruppe gelost. Ist das nun gut oder nicht so gut ? Wir kennen die anderen Spieler nicht. Sozusagen 3 Ü–Eier. Und gleich zu Beginn ein Wermutstropfen, „eingeschenkt“ vom Turnierleiter: sicher sei nur, dass 2 Mannschaften aufsteigen. Ob auch der Drittplatzierte aufsteigt, sei noch ungewiss. Na toll, „Begeisterung“ bei allen Mannschaften ….

Inzwischen ist auch die Harkenblecker Nordkurve in der Halle angekommen. Roland und Marianna bringen Getränke, Verpflegung und seelischen Beistand mit. Jonas engagiert sich als Coach, Marie und Stephan feuern lautstark an. Super !

Samstag: Spiel 1Samstag: Spiel 1

Los geht’s gegen Staßfurt. Wir entscheiden uns dafür, das Stammdoppel aus den Punktspielen Keke / Lukas aufzulösen. Keke spielt 1. Herrendoppel mit Puki, Lukas das 2. zusammen mit Jan-Henrik. Genau die richtige Entscheidung, wie sich im weiteren Turnierverlauf herausstellen wird ! Lara und Leonie Damendoppel, Lisa mit Keke Mixed, Leonie Dameneinzel. Jan-Henrik geht ins 1. Herreneinzel, Lukas spielt 2., Hannes 3. Einzel. Der Auftakt glückt: alle Doppel spielen souverän und gehen deutlich an uns. 3:0 Zwischenstand. Die leichte Nervosität, die zu Turnierbeginn normal ist und bei allen zu spüren war, weicht. Auch in den weiteren Spielen läuft es rund – Jan-Henrik muss in seinem Einzel zwar heftig kämpfen gegen einen starken, sehr lauffreudigen Gegner, kann das Ding aber im 3. Satz knapp gewinnen. Endstand 8:0. Das ist doch schon mal ein optimaler Beginn ! 

Samstag: Spiel 2Samstag: Spiel 2

2. Runde gegen Itzehoe. Gleiche Aufstellung – never change a winning Team. Recht schnell spüren wir, dass wir auch in diesem Spiel gute Chancen haben. Leonie und Lara verlieren zwar ihr Doppel äußerst knapp; die Herren können sich jedoch durchsetzen. Auch im Mixed, im Dameneinzel und in den Herreneinzeln liefert die Mannschaft tadellose Leistungen ab. Endstand 7:1. Das ist bereits die halbe Miete, denn damit steht fest, dass wir am Sonntag in der Endrunde antreten werden. Hotel für 2 Nächte zu buchen war richtig. Und: da der Berliner SC in seinen beiden Auftaktbegegnungen zwar gewonnen, aber mehr Spiele abgeben musste als wir, reicht sogar ein Unentschieden, um Gruppensieger zu werden. Läääuuuft !!

Samstag: Spiel 3Samstag: Spiel 3

3. Runde gegen den Berliner SC. Auch hier spüren wir schnell etwas … es wird richtig schwer, gegen die starke Truppe aus der Hauptstadt zu bestehen. Damen- und 1. Herrendoppel gehen zu Beginn an den BSC. Lukas, Jan-Henrik im 2. Doppel und Leonie (in einem sensationellen Einzel über die Marathondistanz) können jedoch ausgleichen. Auch das Mixed geht nach großem Kampf und mit vollem Einsatz durch Keke und Lisa an uns. Dann jedoch die 3 Herreneinzel – alle gehen verloren; zuletzt Hannes im letzten Spiel des Tages und nach großem Kampf leider ganz knapp im 3. Satz. Endstand 3:5. Wir sind Gruppenzweiter. Ein wenig schade, gleichzeitig aber auch ein Erfolg: wir haben mehr als nur mithalten können und sind weiter dabei ! Toll auch die Unterstützung aus der Ferne. Der Video-Livestream kommt sehr gut an (hat Torsten klasse gemanagt) – viele anfeuernde Kommis und whatsapps erreichen uns.

Ok. Dann geht es also am Sonntag gegen den SV Berliner Brauereien. Gespickt mit Spitzenspielern. Als hoher Turnierfavorit gehandelt. Hat sich in seiner Gruppe souverän durchgesetzt. Beim Abendessen (wieder beim gleichen, guten Italiener in Quickborn) ein wenig Galgenhumor: „dann hauen wir eben DIE wech, ist doch egal …“, „wir schaffen das“ (natürlich nur mit Original-Merkelraute). Die Stimmung ist trotz der Aussicht auf ein richtig schweres Spiel sehr gut. Und wenn wir verlieren, dann reicht ja vielleicht doch noch ein Sieg im Spiel um Platz 3. Der Abendspaziergang fällt diesmal aus – alle sind nach dem langen Tag richtig platt und gehen früh ins Bett.

Sonntag: Spiel 1Sonntag: Spiel 1

Sonntag. Spielbeginn 10.00 Uhr. Wir sind um 9.00 Uhr da. Alle sind sehr konzentriert, machen sich intensiv warm. Wir wollen uns so gut wie möglich verkaufen. Auch beim Einspielen ist das zu erkennen. Und dann beginnt etwas, was kaum jemand in der Halle gedacht hätte: Leonie, Lara, Keke und Andre legen in ihren Doppeln los wie die Feuerwehr, geben keinen Ball verloren und schaffen jeweils in der Verlängerung den Sieg im 1. Satz. Geht da doch was …? Und ja, es geht erstmal so weiter. Die Damen gewinnen in 2 Sätzen. Lukas und Jan-Henrik beginnen ihr Doppel ebenfalls in überlegener Manier. Keke und Andre kämpfen in 3 Sätzen bis zum Schluss, geben alles, verlieren aber mit ein wenig Pech hauchdünn 19:21. Aber: der gewonnene Satz wird nochmal wichtig … 2. Herrendoppel gewinnt in 3 Sätzen; Leonie lässt im Einzel ebenfalls nichts anbrennen; weitere 2 deutliche Sätze für den SVH. Irre ! Wir führen 3:1 ! Im Anschluss holen die Berliner jedoch wieder auf: das 3. Herreneinzel und das Mixed geht an sie. 3:3. Jetzt haben es Jan-Henrik und Lukas mit ihren Einzeln in der Hand. Die Spielstände bleiben in den 1. Sätzen durchweg knapp. Am Ende jedoch können sich unsere beiden Herren durchsetzen ! Puuuh … Die Rechnerei beginnt: wenn einer von Beiden auch den 2. Satz gewinnt, sind wir durch ! Das bessere Satzverhältnis … Jungs, behaltet die Nerven … Bei Lukas läuft es im Zweiten nicht optimal, der Gegner wird stärker. Lukas muss in den Dritten. Jan-Henrik gelingt es, voll konzentriert und hellwach zu bleiben – tolles Niveau, das er da aufs Feld bringt. Und YESSS ! Er holt den 2. Satz. Aufstieg ! Lukas legt nach – Endstand 5:3 für den SVH. Ein Zweieinhalbstundenkrimi mit Happy End.

Der Rest ist Jubel und Freude pur. Jonas, Torsten und Donald Schulz haben Aufstiegs – T-Shirts vorbereitet, die reißenden Absatz finden. Auch Ciarán wird eines bekommen. Fotoshooting. Glückwünsche der anderen Mannschaften – überhaupt insgesamt ein faires Turnier. Auch die gastgebende BSG Hamburg-West feiert: sie hat den Berliner SC im anderen Überkreuzspiel bezwungen. Ich denke darüber nach, ob es nicht doch ein Glück war, Gruppenzweiter geworden zu sein …? So ein Turnier scheint seine eigenen Gesetze zu haben ... Abschlussessen beim Griechen und dann zurück nach Hause. Müde, aber glücklich.

Demnächst also auf Norddeutschland Tournee. Der SVH, der kleine Dorfverein. Unglaublich, dass die Mannschaft das geschafft hat. Nicht vergessen: Letztes Jahr spielten wir noch in der Landesliga; das war auch schon nicht soooo schlecht. Und jetzt sogar der Durchmarsch. Jungs, Mädels: darauf könnt ihr sehr stolz sein. Chapeau ! Ich bin gespannt, wie es laufen wird in der kommenden Saison, aber egal, wie: die Erinnerung an dieses Relegationsturnier wird bleiben. Ein Teamauftritt wie aus einem Guss !

Euer Spartenleiter